Dr. Anna DURNOVÁ, Ph.D.

Politikwissenschaftlerin/Univ.Ass., Post.Doc Universität Wien | Geboren in Brno (Tschechische Rep.) | In Österreich seit 1997/2007


Beruf & Leben

Sie kam 1997 zunächst aufgrund ihrer Familienzusammenführung (ihr Vater war in Wien arbeitstätig) nach Österreich. 1998 maturierte Anna mit Auszeichnung in Brno, 1999 legte sie die Reifeprüfung in Wien ab und begann zu studieren. Im selben Jahr kehrte sie nach Tschechien zurück und absolvierte ein Doppelstudium in Wien (Magister und Doktor in Politikwissenschaft) und Brno (Magister in Romanistik und Germanistik sowie Doktor in Komparatistik). Weiter studierte sie an der Université Paris/Sorbonne. 2004 verlegte sie ihren fixen Wohnsitz nach Wien, um hier zu forschen.

Ihr Berufsweg in Wien führte von Organisationsmanagement, Forschungsassistenz über Studienassistenz und Lektorate zur Post-Doc Assistentin. Seit Oktober ist sie Hertha-Firnberg Stelleninhaberin (Projektkoordinatorin) sowie Masterarbeitsbetreuerin am Institut für Politikwissenschaft an der Uni Wien und arbeitet an ihrem Habilitationsprojekt. Weiters war/ist sie Gastlektorin in Brno, Belgrad, Lyon, Prag und London und kann auf Forschungsaufenthalte an den Universitäten von Essex, Lyon, Paris und Prag verweisen. Sie nutzt ihre Kompetenzen im Bereich der akademischen Verwaltung im Advisory Board der Internationalen Konferenz in „Interpretive Policy Analysis“ – ein jährliches Treffen von über 300 Forscherinnen – und bei der Koordination von wissenschaftlichen Konferenzen und Workshops.

Über ihre akademische Tätigkeit hinaus ist sie seit 2008 als Auslandskorrespondentin für tschechische Medien aktiv und engagiert sich auch privat verstärkt gegen Rechtsextremismus und für Multikulturalismus. Liste der Stipendien und Projektförderungen siehe Lebenslauf.

Außerberufliches Engagement
  • 2008 Lektorin bei der Kinderuni, Universität Wien „Was heißt das, wenn Menschen im Sterben liegen?“ (Sendung Ö1, 1.11.2009)
  • Seit 2009: SOS Mitmensch, regelmäßige öffentliche Unterstützung mittels Beiträgen bei Pressekonferenzen, Statements auf der Website, Verbreitung und Unterzeichnung der Petitionen.
  • 2010: „Gegen Drohbriefe, Gegen die Hetze“ Organisation des offenen Briefes an FPÖ Parteiobmann H.C. Strache (Veröffentlichung in Der Standard und Thema in Ö1 Sendung „Von Tag zu Tag“)
  • 2012: Lektorin bei der Kinderuni, Universität Wien „Politik ist überall: wie mache ich mit?“ (Sendung Ö1 am 27.10.2012)
Auszeichnungen

2005 „Prix Gallica“ Preis der Tschechischen Gesellschaft für Romanistik für die beste Diplomarbeit der Jahre 2004/2005

Integrationshürden/-überwindung

Sie kam ohne Deutschkenntnisse nach Österreich und wurde im Gymnasium eine Klasse tiefer eingestuft (6. Klasse), dennoch gelang es Anna mit einem Genügend in Deutsch und allen anderen Fächern beurteilt zu werden und musste keine Sonderprüfung ablegen. Auch später an der Uni halfen ihr Professoren und Kollegen, ihren Deutschstil immer weiter zu verbessern. Kulturelle Hürden sah sie kaum, da die tschechische Kultur der Österreichischen nahe liegt. Das Bild des „osteuropäischen Mädchens“ war jedoch immer wieder ein Thema, das erst mit der Promotion verschwand.

Kaum telefoniert man in der Muttersprache, spürt man Blicke, dass da „schon wieder eine Ausländerin ist, die kein Deutsch kann“. Auch aus diesem Grunde habe ich meine Erfahrungen in die Menschenrechtsarbeit und Antirassismuskampagnen von SOS Mitmensch eingebracht. Durch meine relativ leichte Integrationserfahrung habe ich aber um so mehr das Bedürfnis gehabt mich für andere Migrant/innen einzusetzen, beziehungsweise die Schwierigkeiten zu thematisieren: vor allem mit dem Hintergrund, dass heutzutage des Klima in Wien um einiges dichter geworden ist.

Es ist mir ein Anliegen, meine Aufgabe als Sozialwissenschaftlerin breit zu fassen und durch meine Forschung und akademische Erfahrung auch zu öffentlich-politischen Debatten beizutragen sowie die wissenschaftspopularisierende Diskussion mein Fach betreffend zu prägen. Ich möchte meine Erfahrungen im internationalen Bereich auch in meine zukünftigen Aktivitäten einbringen, was mir gerade angesichts der kulturellen Vielfalt in Österreich besonders wichtig und aktuell erscheint.